Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Nachrichten im Überblick > Antistrukturmunition RGW 90-AS: wirksame Schulterwaffe für den Einsatz

Antistrukturmunition RGW 90-AS: wirksame Schulterwaffe für den Einsatz

Feind hinter Deckung: eine reale Bedrohung im Einsatz. Bislang hatte die Infanterie hiergegen kaum wirksame Waffen. Im Rahmen des Einsatzbedingten Sofortbedarfs wird jetzt eine neue Waffe beschafft, die im Vorfeld vielversprechende Ergebnisse erzielt hat.

Das Foto zeigt eine in Rauch gehüllte Garage, im Hintergrund Nadelbäume.
Beschuss einer handelsüblichen Stahlbetongarage im Blast-Modus (Quelle: Dynamit Nobel Defence GmbH)Größere Abbildung anzeigen

Im Rahmen einer integrierten Nachweisführung wurde vom 12. bis zum 14. Dezember 2011 auf dem Truppenübungsplatz Daaden eine Schießkampagne durchgeführt. Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei eine für die Bundeswehr neue Munition/Waffe mit der Bezeichnung „Recoilless Grenade Weapon 90 mm - Anti Structure“, kurz RGW 90-AS.

Die vorhandene Bewaffnung der in Afghanistan infanteristisch eingesetzten Kräfte genügt in verschiedenen Situationen nicht mehr den gegenwärtigen Einsatzanforderungen. Es besteht beim abgesessenen Kampf, insbesondere gegen Feind in und hinter Deckungen, eine Fähigkeitslücke bei der Wirksamkeit und der Reichweite.

Das Foto zeigt die Detonation an einer Ziegelwand hinter zwei alten PKW.
Beschuss einer Lehmziegelwand im Mousehole-Modus (Quelle: Dynamit Nobel Defence GmbH)Größere Abbildung anzeigen

Um diese Fähigkeitslücke kurzfristig zu schließen, wurde die Beschaffung der RGW 90-AS im Rahmen des Einsatzbedingten Sofortbedarfs (ESB) veranlasst. Zwischen dem Eingang der Beschaffungsverfügung im BWB und der kürzlich durchgeführten Einsatzprüfung vergingen nicht einmal drei Monate. Um weitere Zeit einzusparen, wurde die integrierte Nachweisführung zugleich für die Einweisung und Ausbildung des 28. und 29. ISAF-Einsatzkontingentes genutzt. Die ersten Patronen sollen den Einsatzkräften im April 2012 zur Verfügung stehen.

Das Foto zeigt ein großes Loch in einer Ziegelwand.
Nach dem Beschuss im Mousehole-Modus: Öffnung in der Lehmziegelwand (Quelle: Dynamit Nobel Defence GmbH)Größere Abbildung anzeigen

Bei der RGW 90-AS handelt es sich um eine rückstoßarme Schulterwaffe, die gegen Strukturziele eingesetzt werden soll. Sie verfügt über einen Tandemgefechtskopf und kann in zwei Betriebsarten verschossen werden: dem Mousehole-Modus und dem Blast-Modus. Im Mousehole-Modus bricht die Vorladung eine Öffnung in die Struktur. Die Nachschussladung (mit kurzer Zündverzögerung) detoniert in der Maueröffnung, wodurch eine große Öffnung erzeugt wird. Dies ermöglicht einem Soldaten Zutritt in das beschossene Gebäude. Im Blast-Modus dringt die Nachschussladung (mit langer Zündverzögerungszeit) ins Gebäude ein und zerstört von innen heraus die Gebäudestruktur. Diese Arten der Wirkung im Ziel konnten mit bislang eingeführter Munition nicht im erforderlichen Umfang erreicht werden.

nach oben


Stand vom: 23.12.11

http://www.bwb.org/portal/poc/bwb?uri=ci%3Abw.bwb.aktuell.allena&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB022000000001%7C8PT9BF917DIBR