Roll-out der ersten modernisierten PATRIOT-Gruppe

Im Rahmen eines feierlichen Festaktes am 24. Juli 2008 auf dem Fliegerhorst Landsberg, dem Standort der Flugabwehrraketengruppe 22, konnte der Vizepräsident beim BWB Stein die erste PATRIOT-Gruppe von dem Geschäftsführer der Firma LFK übernehmen und an General Fürst, den Chef des Stabes Luftwaffenführungskommando, übergeben. Es ist das erste System, das nach den Vorgaben der Kampfwertanpassung 2 (KWA 2) umgerüstet wurde.
Damit verfügt das Geschwader 5 über ein hochmodernes Waffensystem, welches auch zukünftig in der Lage ist, den immer anspruchvolleren Anforderung in der Luftverteidigung gerecht zu werden.

Kernstück der Kampfwertanpassung 2 ist der neue PAC-3-Lenkflugkörper, der über eine Direkttrefferfähigkeit (Hit-to-Kill) verfügt. Um diesen effektiv einsetzen zu können, war neben der Umrüstung der Startgeräte auch eine Weiterentwicklung des Radars erforderlich. Darüber hinaus erhielt die Flugabwehrrakete (FlaRak) ein hochmodernes Fernmelde- und Datenverarbeitungssystem.
Dazu wurden in nur 18 Monaten sowohl das Datentransportnetz PATRIOT als auch die Software Einsatzführung FlaRak entwickelt. Beide wurden nicht nur in die PATRIOT-Kabinen, sondern auch in den Gefechtsstand der Flugabwehrrakete – das SAMOC – eingerüstet. Damit verfügt der Flugkörper nun über eine durchgängige Führungsfähigkeit über drei Ebenen hinweg, die Fettstift und Drehstuhlschnittstelle endgültig überflüssig macht. Pionierarbeit wurde auch im Bereich der Voice over IP-Telefonie geleistet. Hier entstand das erste Voice over IP-Netz der Bundeswehr, das nicht nur für den mobilen Einsatz geeignet ist, sondern auch durch die SINA-Technologie eingestufte Informationen übertragen kann.

Der Nachweis dieser und weiterer Fähigkeiten wurde während der Einsatzprüfung am Standort Landsberg erbracht. Im Zeitraum von März bis Juli dieses Jahres wurde ein Systemverbund mit bis zu 90 Kabinen auf Herz und Nieren geprüft und für gut befunden.
Das Waffensystem PATRIOT befindet sich seit 1989 in der Nutzung und wurde bereits in den 90er Jahren einer Kampfwertanpassung unterzogen. Die ständige Ausweitung des Bedrohungsszenarios, insbesondere das der ballistischen Raketen mit einer Reichweite bis 1000 km, machte eine weitere Modernisierung unumgänglich.
