Flugkörpersystem IDAS erstmals von einem getauchten Uboot gestartet

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Nachdem das Inertialsystem des Flugkörpers (FK) mit Hilfe der Navigationsanlage des Ubootes justiert worden war, wurde das System IDAS aus einem Torpedorohr ausgestoßen. Noch unter Wasser entfaltete es seine Flügel und Ruder und zündete sein Triebwerk. Nach einigen Sekunden Unterwasserfahrt durchstieß IDAS die Wasseroberfläche und ging in einen kontrollierten Flug über. Anders als im operativen Einsatz wurde der Test ohne Einsatz eines Marschtriebwerks durchgeführt und daher in einem kontrollierten Gleitflug beendet. Während der gesamten Flugdauer wurden mit Hilfe eines Lichtwellenleiters Daten und Bilder der integrierten Videokamera an das Uboot übertragen.

Der Lenkflugkörper IDAS wurde primär konzipiert, um dem getauchten Uboot ein Mittel zur Abwehr von U-Jagd-Hubschraubern zur Verfügung zu stellen. In einem typischen Szenario wird das Uboot mittels eines Dipping-Sonars gesucht und, falls geortet, durch den Einsatz eines U-Jagdtorpedos bekämpft. Musste sich das Uboot in der Vergangenheit passiv verhalten, so besteht mit dem Sytem IDAS jetzt die Möglichkeit zur aktiven Gegenwehr.
Weitere Ziele für den Flugkörper IDAS könnten auch niedrig fliegende Flugzeuge, Schiffe und küstennahe Landziele sein. Da zwischen Uboot und Flugkörper eine permanente Datenverbindung mittels Lichtwellenleiter besteht, können aktuelle Zieldaten übermittelt werden. Der Operateur an Bord des Ubootes kann somit jederzeit Einfluss auf die Flugbahn und die Zielauswahl nehmen.
Mit dem Testschuss konnte die gesamte Funktionskette – vom Ausstoß des Flugkörpers aus dem Torpedorohr eines getauchten Ubootes bis zum Eintritt in eine stabile Flugphase – überprüft werden. Alle mechanischen Schnittstellen erwiesen sich als zuverlässig, der Lichtwellenleiter blieb trotz der auf ihn wirkenden Belastungen intakt und auch der Datenaustausch zwischen Uboot und Flugkörper funktionierte einwandfrei.
Das Forschungs- und Technologie-Vorhaben konnte rund neun Monate früher als vorgesehen die gewünschten Ziele erreichen. Dies war nur aufgrund der guten und engagierten Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Stellen der Industrie, der Deutschen Marine und der Amtseite möglich. Das positive Ergebnis ist die Voraussetzung für den Beginn eines internationalen Entwicklungs- und Beschaffungsprogramms.
