Tag der offenen Tür in Oberjettenberg -
50 Jahre Wehrtechnische Dienststelle für Schutz- und Sondertechnik (WTD 52)
Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens öffnet die Wehrtechnische Dienststelle für Schutz- und Sondertechnik in Oberjettenberg am Samstag, 30. Juni 2007, von 9 Uhr bis 17 Uhr ihre Pforten. Hier kann an diesem Tag nicht nur die besondere Infrastruktur der Dienststelle am Fuße der Reiteralpe besichtigt werden, sondern auch das verzweigte Stollensystem der Untertageanlage. Jeder interessierte Besucher hat die Möglichkeit, sich aus erster Hand über Aufgaben und Fähigkeiten der Dienststelle zu informieren. Flankiert wird die Veranstaltung von einem vielseitigen und interessanten Programm, bei dem über den ganzen Tag verteilt Vorführungen stattfinden. Für Getränke und das leibliche Wohl ist gesorgt. Ein kostenloser Pendelbusverkehr steht ab 08:30 Uhr vom Festplatz aus Bad Reichenhall zur WTD 52 zur Verfügung.
Den Startschuss für die Aktivitäten geben um 09:00 Uhr die Jettenberger Böllerschützen. Nach einer ökumenischen Tagesandacht findet um 09:45 Uhr die erste Vorführung der schweren Pionierpanzer statt. Ganztägig präsentieren sich neben den Geschäftsfeldern der WTD 52 auch langjährige Partner der Dienststelle, wie die Gebirgsjäger, das Lufttransportgeschwader 61, die Schule für das Diensthundewesen der Bundeswehr und weitere mit interessanten Vorführungen und Ausstellungen. Es besteht die Möglichkeit, die Antriebstechnik der Seilbahn zu besichtigen, eine von der Bergwacht und Heeresbergführern betreute Kletterwand steht zur Verfügung. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Attraktionen – von historischen Fahrzeugen, die einst in Oberjettenberg erprobt wurden, über Vorführungen der Marinetaucher im Tiefschacht der Untertageanlage – bis zur Präsentation von Hightech in der Computersimulation.
Die heutige Wehrtechnische Dienststelle wurde 1957 als „Erprobungsstelle der Bundeswehr für Pionier- und Truppengerät, Erprobungsplatz Reiteralpe“ gegründet. Seitdem hat sich die WTD 52 von einer Dienststelle für die Erprobung von Wehrmaterial zu einem modernen Forschungs- und Technologiezentrum gewandelt. Bedingt durch das erweiterte Aufgabenspektrum der Bundeswehr steht dabei heute der Schutz der Soldatinnen und Soldaten im Vordergrund. Die Aufgabenpalette umfasst die Konzeption von Schutzanlagen und die Entwicklung von Schutzmaßnahmen für militärische Sonderinfrastruktur, wie zum Beispiel für Feldlager der Bundeswehr im Auslandseinsatz und den Schutz vor terroristischen Anschlägen. Darüber hinaus kommt dem indirekten Schutz durch Tarnung, der numerischen Simulation und den sogenannten Nichtletalen Wirkmitteln hohe Bedeutung zu. Zusätzlich zu diesen Aufgaben gibt es den Bereich der Sondertechnik: Hier werden u. a. magnetische Signaturen von Fahrzeugen vermessen, Antennentragwerke unter extremen Bedingungen getestet und Spezialbatterien für Torpedos geprüft.
Zur Erfüllung der Aufgaben steht neben den Labor-, Werkstatt- und Verwaltungsgebäuden im Talbereich und dem Hochplateau der Reiteralpe auch eine umfangreiche Anlage im Bergmassiv der Reiteralpe zur Verfügung. Diese Untertageanlage kann am Tag der offenen Tür ganztags mit sachkundiger Erläuterung besichtigt werden. Es befinden sich dort neben Sprengkavernen und verschiedensten hochmodernen Testanlagen auch Unterwasserprüfstände. So wird hier im Gebirge sogar für die Marine geforscht und gearbeitet.
Aufgrund der begrenzten Transportkapazität der Seilbahn ist eine Fahrt auf den Berg allerdings nicht möglich.

