Projektpräsentation AGIL-K – Der WIESEL 2 mit aktivem Fahrwerk
Trier, 02/21/2007.
Mit dem aktiv gefederten innovativen Landfahrzeug – Kette (AGIL-K) konnte die Leistungsfähigkeit aktiver Fahrwerke bei Kettenfahrzeugen erstmalig demonstriert werden.
Mit der Projektpräsentation des AGIL-K (Aktiv Gefedertes Innovatives Landfahrzeug – Kette) wurde am 21. Februar 2007 zum ersten Mal ein Kettenfahrzeug mit einer aktiven Federung vorgestellt. Dabei wurde die Wirkungsweise des Fahrwerkes dem interessierten Fachpublikum auf den Testbahnen der WTD 41 eindrucksvoll demonstriert.
Aktive Fahrwerke existieren in der PKW-Oberklasse seit kurzem als Sonderausstattung. Ziel eines aktiven Fahrwerkes ist es, den Kompromiss bei der Fahrwerksabstimmung zwischen Komfort und Abrollverhalten zu umgehen und das Fahrwerk im Betrieb der jeweiligen Situation optimal anzupassen. Zusätzlich lassen sich hierdurch die Aufbaubewegungen der Karosserie vermindern.
Hierbei wird zwischen halbaktiv und vollaktiv unterschieden. In der halbaktiven Variante kann die Dämpfung der Stoßdämpfer der jeweiligen Fahrsituation angepasst werden. Die vollaktive Variante geht einen Schritt weiter. Die Stoßdämpfer werden beispielsweise durch Hydraulikkolben ersetzt, deren Ausfahrlängen fortwährend durch eine Regelungselektronik verändert werden.
Zur Untersuchung des Potenzials aktiver Fahrwerke für Kettenfahrzeuge wurde 2004 durch die WTD 41 das Projekt AGIL-K gestartet. Als Basisfahrzeug wurde der WIESEL 2 ausgewählt, da er aufgrund seiner relativ kurzen Kettenauflagelänge und geringen Spurbreite bei der Geländefahrt extreme Nick- und Wankbewegungen aufweist.
Erste Simulationsstudien ließen mit einer erhebliche Verbesserung der Dämpfung der Nickschwingungen und Wankbewegungen des Fahrzeuges bei gleichzeitiger Senkung der auf das Fahrzeug und die Insassen wirkenden Beschleunigungen rechnen. Auch aus militärischer Sicht waren Verbesserungen zu erwarten, wie zum Beispiel eine Vorstabilisierung für eventuelle Waffenanlagen oder eine Fahrzeugniveau-Absenkung für die Lufttransportverladung.
Die mit dem Prototypen gewonnen Erfahrungen deuten darauf hin, dass nach einer weiteren Optimierung die Nickbewegungen des WIESEL 2 um bis zu 70 % reduziert werden können.
Neben der WTD 41 sind an der Studie maßgeblich der Lehrstuhl für Regelungstechnik und Mechatronik der Universität Paderborn und das Institut für Fahrzeugtechnik und Antriebssystemtechnik der Helmut-Schmidt-Universität – Universität der Bundeswehr Hamburg beteiligt.



