Luftkissenfahrzeug auf der Mosel
In der Woche vom 11. bis 15. Dezember 2006 konnte mehrfach ein Luftkissenfahrzeug auf der Mosel gesichtet werden. Es handelt sich um das erste Fahrzeug, das durch das Projektmanagement im Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) für die Pioniertruppe der Bundeswehr beschafft wurde.
Nach einer umfangreichen Marktanalyse in Deutschland, aber auch in Kanada, den USA und Großbritannien, hat der Manager des Projektes, Dipl.-Ing. Werner Morr, in Russland ein geeignetes Luftkissenfahrzeug (LKF) identifiziert, das den Fähigkeitsforderungen der Bundeswehr entspricht. "Dies war nicht ganz einfach, da an dieses Fahrzeug anspruchsvolle Forderungen gestellt werden. So soll dieses LKF als Innenlast im mittleren Transporthubschrauber CH-53 transportiert werden können, im Einsatz aber auch eine Nutzlast von 650 kg inklusive der zu transportierenden Pioniere tragen können und dabei noch mindestens 60 km/h schnell sein", führte Morr aus.
Das kürzlich nach einem langen Landtransport aus dem 500 km östlich von Moskau gelegenen Nozhny Novgorod eingetroffene Luftkissenfahrzeug wird in Koblenz nun einer eingehenden technischen Untersuchung unterzogen. Unter allen Umweltbedingungen wird es durch die Ingenieure der Wehrtechnischen Dienststelle für Pionier- und Truppengerät (WTD 51) in Koblenz-Metternich an die Grenzen der Belastbarkeit herangeführt, um so die Eignung des Gerätes zu beurteilen. Der verantwortliche Projektleiter im BWB, Dipl.-Ing. Wolfgang Wirth – selbst ehemaliger Pionieroffizier –, wolle schließlich seiner ehemaligen Truppengattung das geeignetste Wehrmaterial für Einsatzzwecke bereitstellen. Das Luftkissenfahrzeug solle das inzwischen veraltete Sturmboot ersetzen. "Durch seine Einsatzmöglichkeit sowohl auf Land als auch auf dem Wasser trägt es dem Schutzaspekt des Soldaten in besonderem Maße Rechnung, denn gerade beim Zuwasserlassen der bisherigen Sturmboote war der Pionier einer erhöhten Gefahr ausgesetzt", teilte Wirth mit.
Das Luftkissenfahrzeug wird voraussichtlich noch bis Ende Februar 2007 auf der Mosel zu sehen sein, wo es ab Januar verschiedenen technischen Untersuchungen unterzogen wird. Bis kurz vor Weihnachten wird das Erprobungspersonal der WTD 51 von Mitarbeitern des russischen Herstellers intensiv geschult.
Im Anschluss an diese Erprobungsphase wird das LKF zur Wehrtechnischen Dienststelle für Kraftfahrzeuge und Panzer (WTD 41) nach Trier verbracht, wo insbesondere der Transport auf einem systemzugehörigen Anhänger während einiger hundert Fahrkilometer in verschiedenstem Gelände untersucht wird. Von hier geht es dann nach Altenstadt zur Luftlande- und Lufttransportschule, um das LKF einer eingehenden Untersuchung im Lufttransport zu unterziehen.
Die Untersuchungen enden mit der so genannten Einsatzprüfung, in der die Pioniertruppe, der zukünftige Nutzer, selbst mit dem Gerät arbeiten wird. Wenn abschließend die Eignung des Produktes festgestellt werden kann, soll nach derzeitiger Planung die Werft in Russland beauftragt werden, das Gerät in größerer Stückzahl für die Bundeswehr in Serie zu fertigen.


