Erstflug des ersten deutschen Maritime Patrol Aircraft (MPA) Lockheed P-3C ORION CUP
VALKENBURG/Niederlande, 03/17/2006.
Als am Vormittag des 17. März 2006 erstmals eine Lockheed P-3C ORION CUP mit deutschem Hoheitsabzeichen vom Marinefliegerhorst VALKENBURG/Niederlande abhob, war sowohl für das Projektmanagement, als auch für den künftigen Nutzer, das Marinefliegergeschwader 3 (MFG 3) "Graf Zeppelin", der bis dahin wichtigste Meilenstein im Rüstungsvorhaben "Maritime Patrol Aircraft (MPA) - Seefernaufklärungsflugzeug der Marine" erreicht.
Nach einer Flugzeit von fünf Stunden über See konnte die deutsche Besatzung das Flugzeug mit dem zusammenfassenden Urteil "operationell einsetzbar" an die Wartungsmannschaft zurückmelden.
Damit fand die Übernahme der ersten ORION in den Bestand des Marinefliegergeschwaders 3 ihren offiziellen Abschluss.
Durch die Beschaffung der MPA P-3C ORION werden die - aufgrund der anstehenden Ausphasung der MPA BR 1150 BREGUET ATLANTIC - entstehenden Fähigkeitslücken im Bereich "Antisubmarine Warfare" (ASW), "Antisurface Warfare" (ASUW) und Seefernaufklärung geschlossen werden. Darüber hinaus werden die identifizierten Fähigkeitslücken in den Bereichen Führungsfähigkeit und Überlebensfähigkeit geschlossen. Die P-3C ORION ist durch ihre Ausstattung mit Systemen zur Datenkommunikation im Sinne einer vernetzten Operationsführung (NetOpFü) im Verbund einsetzbar.
Als sich die Niederlande 2003 entschlossen, die MPA-Rolle in ihren Streitkräften aufzugeben, bot sich für Deutschland die Möglichkeit, acht der niederländischen MPA ORION inklusive eines logistischen Paketes und des Full Mission Simulators aufzukaufen sowie die Umschulung des deutschen fliegenden und technischen Personals beim bisherigen niederländischen MPA-Geschwaders in VALKENBURG/Niederlande, zu beauftragen.
Grundlage der deutschen Entscheidung für diese Lösung war, dass die niederländische Regierung bereits die Integration einer hochmodernen Missionsausrüstung für die P-3C (Capabilities Upkeep Program: CUP) bei der amerikanischen Firma Lockheed Martin beauftragt hatte, die den gestellten Anforderungen an ein MPA für die nächsten zwei Jahrzehnte gerecht wird.
Nachdem am 22. November 2004 der Kaufvertrag durch die Rüstungsdirektoren beider Nationen unterzeichnet worden war, erfolgte am 28. Februar 2006 der Eigentumsübergang für das erste deutsche MPA P-3C ORION CUP.
Bis zum 30. Juni 2006 werden die weiteren sieben ORION an die Deutsche Marine ausgeliefert und ab Juli 2006 am Standort des Marinefliegergeschwaders 3 in Nordholz betrieben werden.
Nach Übernahme sämtlichen Gerätes und erfolgreichem Abschluss der weiteren Ausbildung mit niederländischer Unterstützung bis zum 30. Juni 2007 wird die Grundlage für die Herstellung der vollen Einsatzbereitschaft für das neue Waffensystem P-3C ORION CUP geschaffen sein, so dass auch künftig die Wahrnehmung der Einsatzrolle "U-Jagd und Seeraumüberwachung" durch die Deutsche Marine sichergestellt sein wird.

