Lenkflugkörper Neue Generation (LFK NG) erstmals geflogen
Meppen, 11/02/2005.
Erfolgreicher Test des Doppelpulstriebwerkes bei der WTD 91 in Meppen
Am 2. November 2005 wurde der erste LFK NG mit Erfolg gestartet. Der Flugkörper und seine Subsysteme funktionierten einwandfrei.
Mit diesem Versuch wurde europaweit erstmals die Funktion eines Doppelimpulsraketentriebwerks dieser Schub- und Größenklasse erfolgreich im Freiflug getestet. Die im Rahmen des vorgegebenen Zielspektrums zwingend notwendige hohe Manövrierfähigkeit des LFK NG ist nur mit einem Doppelimpulsraketentriebwerk darstellbar.
Der LFK NG ist Kernelement des zukünftigen Systems Flugabwehr (SysFla), einem Großvorhaben des Heeres, das aus den Systemelementen Aufklärung, Führung, Feuerleitung, Kommunikation und Waffeneinsatz besteht. Vorgesehen ist der LFK NG im SysFla zur Bekämpfung von Zielen in der Luft im gesamten Bedrohungsspektrum, wobei Kampfentfernungen von bis zu 10.000 Metern und Höhen von bis zu 5.000 Metern erreicht werden können. Ausgenommen davon sind "Taktische Ballistische Raketen" (Tactical Ballistic Missiles, TBM). Das Vorhaben befindet sich in der Analysephase.
Die Konzeption, Auslegung sowie der Bau von Hardware-Demonstratoren wird seit vier Jahren über die zielorientierte Vergabe von Studienverträgen vorangetrieben. Die Analysephase endet Anfang 2008 u.a. mit der Erstellung einer Systemspezifikation. Hierzu werden "Form, Fit, Function"-Demonstratoren für alle Schlüsselkomponenten des LFK NG gebaut und getestet. Mit dieser Vorgehensweise werden auch belastbare Aussagen für die noch zu erstellende abschließende funktionale Forderung´geschaffen. Um den Eintritt in die Projektierungsphase konsequent vorzubereiten, wird schwerpunktmäßig die technologische Machbarkeit der LFK-Auslegung im SysFla untersucht und die technischen Risikobereiche durch Tests und Systemsimulation gezielt abgebaut.
Auf dem Wege bis zum Beginn der Projektierungsphase war dieser erste scharfe Schuss ein wichtiger Meilenstein für das Projekt SysFla und auch ein Beweis für die technischen Kompetenz der am LFK NG beteiligten Industriefirmen EADS-LFK, DBD und Bayern Chemie. Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Versuchs war die professionelle Vorbereitung und Durchführung durch die WTD 91.

