Mittlerer Kampfpanzer (Standardpanzer Vorserie) Schnittmodell

Land: Bundesrepublik Deutschland
Im Gegensatz zur aktuellen Panzerentwicklung war das damalige Standardpanzer-Programm dadurch gekennzeichnet, dass im ausreichenden Maße Haushaltsmittel für eine breitbandig durchgeführte Konzeptphase zur Verfügung standen. Die fundiert durchgeführten Grundlagenarbeiten erwiesen sich als notwendig, da das Standardpanzer-Programm (neben den Vorhaben Jagdpanzer/Schützenpanzer - neu) das erste nationale Panzerprogramm der Bundesrepublik war. Im Nachhinein erwies sich die Entwicklungsphilosophie
- Firmengruppe "A": konventionelle Baugruppentechnologie
- Firmengruppe "B": neuartige Komponenten
Während bei den Prototypen der Firmengruppe "A" bei den Hauptbaugruppen bekannte Technologien verwendet wurden, beinhalteten die Prototypen der Firmengruppe "B" insbesondere bei den Laufwerks- und Kraftübertragungselementen neuartige technische Lösungen.
Ein Vergleich der Prototypen zeigte, dass durch Verwendung der Hydrop-Federung gegenüber dem drehstabgefederten Fahrwerk keine günstigere Silhouette erreicht werden konnte. Auch wenn für die Vorserien- und die Serienversion des Kampfpanzers Leopard 1 das Konzept der Firmengruppe "A" zum Zuge kam, ließen die Aktivitäten beider Firmengruppen bei dem späteren Kampfpanzer 70-Programm die deutsche Industrie zu einem adäquaten Partner der US - Firmen werden.
Die spätere Verwendung des Kampfpanzers Leopard 1 in Armeen von 10 Staaten ist sicherlich ein Beweis für die systematische Entwicklung und die umfassende Erprobung der Prototypen. Insgesamt wurden bis zur Freigabe der Serienfertigung 82 Prototypen und Vorserienfahrzeuge gebaut und erprobt - derartig umfangreiche Entwicklungsaktivitäten konnten in keinem späteren Folgeprogramm wieder realisiert werden!
