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SAR - Lupe

Die Grafik zeigt das Satellitenkonzept bestehend aus fünf identischen Satelliten auf drei Umlaufbahnen
Satellitenkonzept bestehend aus fünf identischen Satelliten … (Quelle: OHB)Größere Abbildung anzeigen

SAR - Lupe

Satelliten als Träger von optischen oder Radarsensoren können – anders als Flugzeuge oder Drohnen – jederzeit ohne Verletzung von Hoheitsrechten aufklären. Sie sind damit besonders geeignet, ohne eskalierende Wirkung Informationen zur Krisenfrüherkennung, Krisenvorsorge und zum wirksamen Krisenmanagement zu gewinnen. Dabei haben Radar- gegenüber optischen Satelliten den Vorteil, dass sie unabhängig von Tageszeit und Wetter aufklären können.

Das Konzept von SAR-Lupe (Synthetic Aperture Radar) basiert auf fünf identischen Radarsatelliten, die die Erde auf drei versetzten polaren Umlaufbahnen in ca. 500 km Höhe umkreisen. Auf Grund der physikalischen Wirkungsweise eines SAR-Radars ist jeder der fünf Satelliten in der Lage, in einer Schrägsicht auf die Erde links und rechts seiner Flugbahn – allerdings nicht gleichzeitig – Einzel- oder Streifenbilder der Erdoberfläche aufzunehmen. Die Konstellation der Satelliten untereinander ist so gewählt, dass die Einsehbereiche der fünf Satelliten lückenlos aneinander schließen.

Am Boden befindet sich ein Satelliten- und Nutzerbodensegment. Das Satellitenbodensegment umfasst Satellitenkontrolle, Datenempfang und Bildaufbereitung, das Nutzerbodensegment enthält Auftragssteuerung und -kontrolle, Bildauswertung und Archivierung.

In der Zwischenzeit sind die ersten vier Satelliten mit COSMOS-3M-Raketen vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk in ihre Umlaufbahnen geschossen und in Betrieb genommen worden. Der Start des letzten Satelliten wird noch im Jahr 2008 erfolgen.

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Systemverbund SAR-Lupe/HELIOS II

Bereits 2000 erklärten Frankreich und Deutschland ihre Absicht, einen unabhängigen europäischen satellitengestützten Aufklärungsverbund aufzubauen. Deutschland wird hierzu sein allwetterfähiges Radarsatellitensystem SAR-Lupe einbringen und Frankreich wird sich mit dem - dazu komplementären - optischen Satellitensystem HELIOS II, das gemeinsam mit Belgien, Griechenland, Italien und Spanien betrieben wird, beteiligen.

Die Verteidigungsminister von Frankreich und Deutschland haben 2002 einen ersten Staatsvertrag über die Durchführung koordinierter Studien zum Verbund SAR-Lupe/HELIOS II unterzeichnet. Von der Délégation génerale pour l’Armement (DGA) und dem BWB wurde ein Konzept zur gegenseitigen Mitnutzung des Partnersatellitensystems durch den Verbund der Bodensysteme erarbeitet.

Auf der Basis einer 2006 unterzeichneten Durchführungsvereinbarung wurden ab Ende November 2006 die jeweiligen Realisierungsverträge von der DGA und dem BWB geschlossen. Der Beginn der Nutzung des Systemverbundes ist für Ende 2009 vorgesehen, bei der jede Nation ihre Aufträge für das Partnersystem erstellt und diese dem Partner zur Integration in den Planungsprozess übermittelt. Die aufgenommenen Bilddaten werden dem Nutzer unmittelbar zur Verfügung gestellt und können im nationalen Bodensegment ausgewertet und archiviert werden.

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Stand vom 06.05.2008

http://www.bwb.org