Das Vier - Nationen - Programm
EUROFIGHTER ist das derzeit bedeutendste Militärflugzeugprogramm Europas. Die Management-Strukturen und industriellen Verfahren sowie die Anwendungsprinzipien multinationaler Arbeitsteilung basieren auf dem erfolgreichen Tornado-Programm des Panavia-Konsortiums, das bei EUROFIGHTER neben den bisherigen Partnern Deutschland, Großbritannien und Italien auch Spanien umfasst.
Das EUROFIGHTER-Programm für die Entwicklung und Beschaffung wird im Auftrag der vier teilnehmenden Nationen von der NATO-EUROFIGHTER und Tornado Management-Agentur (NETMA) gesteuert und überwacht.
Die NETMA hat, wie auch die beiden EUROFIGHTER-Industrie-Organisationen EUROFIGHTER Jagdflugzeug GmbH und Eurojet, ihren Sitz in München. Letztere sind für die Entwicklung und den Bau der Flugzeuge und der Triebwerke zuständig. EUROFIGHTER ist Leitfirma für die Koordination der vier Partner Alenia, British Aerospace, Construcciones Aeronáuticas SA (CASA) und DaimlerChrysler Aerospace (Dasa). Das Konsortium ist für das komplette Waffensystem mit Ausnahme des Triebwerks verantwortlich. Eurojet steuert die Aktivitäten von ITP, Fiat, des Dasa-Unternehmens MTU und von Rolls-Royce auf dem Gebiet des Antriebssystems EJ 200.
Am 23. November 1988 wurden zwischen NETMA, EUROFIGHTER und Eurojet die beiden Entwicklungs-Hauptverträge unterzeichnet, die die Grundlagen für die Realisierung des EUROFIGHTER und seines Triebwerks EJ 200 bilden. Die enge europäische Kooperation im EUROFIGHTER-Programm bietet technologische und wirtschaftliche Vorzüge, die auch auf Bereiche außerhalb der eigentlichen Luft- und Raumfahrtindustrie ausstrahlen. Über die in EUROFIGHTER und Eurojet verbundenen Konsortialpartner hinaus partizipieren über 400 Firmen in Europa als Zulieferer zahlreicher Ausrüstungskomponenten am EUROFIGHTER-Programm.
Die vier EUROFIGHTER-Staaten sind an der Serienfertigung folgendermaßen beteiligt:
| Festbestellung | Optionen | |
|---|---|---|
| Deutschland | 180 | |
| Großbritannien | 232 | 65 |
| Italien | 121 | 9 |
| Spanien | 87 | 16 |
| Summe | 620 | 90 |
Zeitgleich wurden für alle vier Nationen die Serienvorbereitungmaßnahmen der Industrie unter Vertrag genommen, im September 1998 gefolgt von einer Vertragsergänzungen über eine erste, 148 Serienflugzeuge umfassenden Tranche, 44 davon für die deutsche Luftwaffe. Die 620 Festbestellungen für alle Partner sollen in drei Tranchen geordert werden.
Die 2. Tranche wurde im Dezember 2004 unter Vertrag genommen, sie umfasst 236 Serienflugzeuge, davon 68 für Deutschland.
Für die Bundeswehr sind 180 Flugzeuge vorgesehen, davon 100 für die Luftverteidigung als Ersatz für die F-4F PHANTOM II und die MiG-29, und 80 mehrrollenfähige Flugzeuge als Ersatz für zwei Geschwaderäquivalent TORNADO.
Die Bundeswehr wird ihre Flugzeuge in den Jahren 2002 bis 2015 erhalten.
