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Geschichte des WIS

Seit 1958 beschäftigt man sich in Munster mit dem Schutz vor Kampfstoffen

Da Bild zeigt eine historischen Schutzanzug
Historischer Schutzanzug (Quelle: Bundeswehr / WIS)Größere Abbildung anzeigen

Schon seit dem 1. Weltkrieg befinden sich in Munster im Flurgebiet Raubkammer Dienststellen, die sich mit Kampfstoffen beschäftigen. Die Betätigungsfelder könnten jedoch gegensätzlicher nicht sein: Heute arbeiten rund 220 Beschäftigte einzig und allein am Schutz vor der Wirkung der Kampfstoffe. Im Gegensatz dazu wurden hier früher chemische Kampfstoffe produziert und ihr Einsatz erprobt.

Das Bild zeigt den Gasplatz Munster-Breloh
Gasplatz Munster-Breloh (Quelle: Bundeswehr / WIS)Größere Abbildung anzeigen

Es begann 1916 mit der Einrichtung des Gasplatzes Breloh. Er war Produktions- und Füllstätte für Gasmunition. Seine Gesamtfläche betrug 6.500 Hektar, die Zahl der Beschäftigten lag bei zirka 6000. Die Produktion der Werke deckte ungefähr ein Viertel des Giftgasbedarfs der eigenen und verbündeten Armeen.

Das Bild zeigt die Güterzugexplosion vom Oktober 1919
Güterzugexplosion im Oktober 1919 (Quelle: Bundeswehr / WIS)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem 1. Weltkrieg war vorgesehen, die noch vorhandenen Mengen an Kampfstoff und Kampfstoffmunition abzutransportieren und im Meer zu versenken. Dazu kam es jedoch nicht. Im Oktober 1919 explodierte auf dem Gelände ein transportbereiter Güterzug. Herumfliegende Kampfstoffmunition verwüstete die Anlagen und vergiftete die Umwelt. In den Jahren danach, etwa bis 1925, wurde das Gebiet oberflächlich geräumt.

Ab 1935 wurden auf diesem Gelände erneut Fabrikations- und Versuchsanlagen für chemische Kampfstoffe gebaut und die Heeresversuchsstelle Munster-Nord eingerichtet. Sie unterstand dem Heereswaffenamt in Berlin. Das Gelände wurde auf 10.000 Hektar erweitert und diente der Wehrmacht als Kampfstoffversuchsplatz.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Anlagen der britischen Besatzungsmacht übergeben. Die technischen Vorrichtungen wurden demontiert und der größte Teil der Gebäude gesprengt. Zurück blieb das sogenannte "Rote Gebiet", auf dem auch heute noch Kampfstoffmunition der Vergangenheit gefunden wird.

Das Bild zeigt ein Schild von 1962 mit der Aufschrift "Erprobungsstelle der Bundeswehr"
Schild von 1962 (Quelle: Bundeswehr / WIS)Größere Abbildung anzeigen

Am 1. Februar 1958 wurde auf einer Teilfläche der ehemaligen Heeresversuchsstelle die Erprobungsstelle der Bundeswehr für ABC-Schutz Munster/Lager errichtet. 1962 erfuhr die Dienststelle ihre erste Umbenennung in Erprobungsstelle 53 der Bundeswehr und wurde dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung unterstellt. Ihre Aufgaben konzentrierten sich auf Erprobungen und Güteprüfungen.

Im Laufe der Zeit verschob sich der Aufgabenschwerpunkt immer stärker in Richtung anwendungsbezogener Grundlagenuntersuchungen. Um das auch nach außen zu verdeutlichen, wurde die Erprobungsstelle am 1. Juni 1975 in Wehrwissenschaftliche Dienststelle der Bundeswehr für ABC-Schutz umbenannt.

Das Bild zeigt den Eingangsbereich des Wehrwissenschaftlichen Instituts für Schutztechnologien
Eingangsbereich WIS (Quelle: Bundeswehr / WIS)Größere Abbildung anzeigen

Ihren heutigen Namen "Wehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien - ABC-Schutz" (kurz: WIS) führt die Dienststelle seit 1995. Vorausgegangen war eine Neugliederung, verknüpft mit einer Erweiterung des Zuständigkeitsbereiches. Anlass dafür war unter anderem eine Neuordnung des Rüstungsbereiches mit einer Verlagerung von Aufgaben aus dem Bundesministerium der Verteidigung und dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung zu den Wehrtechnischen und Wehrwissenschaftlichen Dienststellen.

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Stand vom 02.10.2008

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