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Geschichte der WTD 71

Die Kaiserliche Torpedowerkstatt in Friedrichsort, das heute zum Stadtgebiet von Kiel gehört, erwarb im Jahr 1910 einen Uferstreifen an der Eckernförder Bucht, um darauf einen Torpedoschießstand zu errichten. Hier bot sich ein wenig befahrenes Seegebiet von über 10 sm Länge und mehr als 20 m Wassertiefe für eine Torpedoschießbahn für geradeaus laufende Torpedos an. Der Schießstand wurde 1913 als Teil der bereits seit 1912 auf dem gleichen Gelände arbeitenden Torpedoversuchsanstalt (TVA) in Betrieb genommen.

Das Bild zeigt den Schießstand 1944 bei der ehemaligen Torpedoversuchsanstalt in EckernfördeGrößere Abbildung anzeigen
Schießstand 1944 (Quelle: WTD 71)

Das Kürzel TVA steht seither in Eckernförde als Synonym für jede Art von maritimer Wehrtechnik, und die heutige WTD 71 trägt nicht ohne Stolz diese Bezeichnung, wie sie sich im Volksmund eingeprägt hat, als ihren Rufnamen. Aus der Versuchsanstalt der Kaiserlichen Marine wurde in der Reichsmarine eine weitläufige Anlage mit einem Zweigbetrieb TVA-Ost in Surendorf am Ausgang der Eckernförder Bucht, der allein dort mehrere Tausend Menschen beschäftigte. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Torpedoversuchsanstalt zerstört. Nur noch zwei größere Gebäude In Eckernförde-Süd haben die Zeit vom Kaiserreich bis heute überdauert und werden - nachdem hier schon diverse Gewerbebetriebe und u.a. auch eine Schule sowie eine Jugendherberge angesiedelt waren - von der WTD 71 genutzt.

Im Jahre 1957 wurde auf dem gleichen Gelände die Erprobungsstelle für Marinewaffen aufgebaut. Ihre Aufgabe sollte es sein, industrielle Entwicklungen für die Marine zu untersuchen und zu bewerten. Später wurde sie in Erprobungsstelle 71 umbenannt. Unter ähnlichen Bedingungen wurden zwischen 1957 und 1965 drei weitere Erprobungsstellen eingerichtet, die sich ebenfalls mit Marineentwicklungen befassten. Es waren die

  • ErpSt 73 in Kiel-Ellerbek
  • ErpSt 72 in Schirnau am Nord-Ostsee-Kanal
  • und in Surendorf eine Außenstelle der ErpSt 81
Das Foto zeigt den Schießstand 2000, ein ins Wasser gebautes Gebäude, dass über eine lange Mole erreichbar ist. Größere Abbildung anzeigen
Schießstand 2000 (Quelle: WTD 71)

Mit der Neuordnung des Rüstungsbereiches im Jahre 1974 wurden diese vier Dienststellen in Schleswig-Holstein zur Erprobungsstelle 71 mit Sitz in Eckernförde und Betriebseinrichtungen in insgesamt zehn Liegenschaften zusammengelegt. Nach einer Namensänderung im Jahre 1987 heißt die Dienststelle nun Wehrtechnische Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen mit der Kurzbezeichnung WTD 71. Nachdem die magnetische Messstelle in Wilhelmshaven Mitte 1997 an das Marinearsenal abgegeben wurde, hat sich die Zahl der Liegenschaften auf neun reduziert.

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Stand vom 08.11.2005

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